SUCHTVORBEUGUNG IN DER GEMEINDE | NEWSLETTER

Sehr geehrte Damen und Herren!

Herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe unseres E-Mail-Newsletters „Wir setzen Zeichen!“ (WSZ). Wir haben wieder zahlreiche interessante und spannende Infos aus den WSZ-Projektgemeinden gesammelt und für Sie zusammengestellt, zum Beispiel vom großen Präventionstag in Bad Hall, den Aktionen zum Weltnichtrauchertag in St. Georgen im Attergau, über den Projektansatz "Communities that Care" (CtC), uvm. 

Falls auch Sie wieder über eine Maßnahme zur Suchtvorbeugung aus ihrer Gemeinde berichten wollen, ersuchen wir Sie, Ihren Artikel (maximal eine A4-Seite, wenn möglich mit Foto) an news@praevention.at zu schicken. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

 

Günther Ganhör (Institut Suchtprävention, Redaktion Newsletter WSZ)

 

PS: Die Inhalte des Newsletters finden Sie auch auf unserer Homepage www.wirsetzenzeichen.at.  

Wir setzen Zeichen! Bad Hall

Bad Hall: Aktionstag „Suchtprävention – Ein heißes Eisen“

 

Die Wir-Setzen-Zeichen-Plattform des Kurbezirks Bad Hall (Bad Hall, Pfarrkirchen, Adlwang, Rohr, Waldneukirchen) setzte sich für 2013 das Ziel, eine große öffentlichkeitswirksame Schwerpunktaktion zum Thema Suchtprävention durchzuführen. Geplant war, das Thema Suchtprävention, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft das Image des „Problematisierens“ und des erhobenen Zeigefingers hat, von einer positiv besetzten Seite anzugehen und praktisch zu demonstrieren, was alles an stärkenden und schützenden Faktoren im Alltag einen präventiven Unterschied machen kann:

 

In der Vorbereitungsphase wuchs der Aktionstag schnell zu einer Gemeinschaftsveranstaltung der Schulen, Kindergärten und Horte des Kurbezirks, des Instituts Suchtprävention, der Gemeinden Adlwang, Bad Hall, Pfarrkirchen, Rohr und Waldneukirchen sowie zahlreicher Freiwilliger aus Vereinen, die bei der Organisation und Programmgestaltung mithalfen. Am Freitag, 7. Juni 2013 um 10.00 Uhr startete der Präventionstag bei strahlend schönem Wetter am Gelände vor dem Bad Haller Gästezentrum mit Programmpunkten für Kinder aus Kindergärten und Volksschulen. Die Schulen, Kindergärten und Horte präsentierten tolle Angebote für Kinder und Erwachsene, Bewegungsstraßen, Trommelworkshop, Kinderschminken, Massagestationen, Genussstraße, Bewegungsparcours mit Kletterturm, Slack-Line, Fröbelturm, Kreativstation und vieles mehr.

 

Bei der Veranstaltung durfte natürlich auch der „PEPPI“ nicht fehlen, ein alkoholfreies Fruchtsaftgetränk, das von Jugendlichen aus Adlwang kreiert wurde und bei großen Veranstaltungen als kostengünstige und coole alkoholfreie Alternative angeboten wird. Am Nachmittag wurden einige Stationen fortgeführt, es gab einen Informationsstand des Instituts Suchtprävention für Eltern sowie einen Infostand des Landesjugendreferats OÖ, bei dem Kinder für die richtige Beantwortung von Fragen zum oberösterreichischen Jugendschutzgesetz einen MP-3-Player gewinnen konnten. Jugendliche konnten auch das Mixen und Shaken alkoholfreier Cocktails ausprobieren.

 

Nach einer Vorführung des Taekwondo-Vereins BudoSport Bad Hall informierte Gruppeninspektor Alexander Geyrhofer (Polizei OÖ) interessierte Eltern zum Thema Gefahren des Internets und vernünftiger bzw. altersgerechter Umgang mit Computerspielen und Neuen Medien.

 

Beim Präventionstag Bad Hall wurden viele attraktive Freizeitmöglichkeiten vorgestellt.
beim "Fröbelturm" gemeinsam zum Erfolg
Einstimmen aufeinander beim Trommel-Workshop
Präsentation des Taekwondo-Vereins Bad Hall

Wir setzen Zeichen! Sarleinsbach

Spielzeugfreie  Abenteuer - Zeit im Kindergarten

Seit Mai 2012 widmen sich die Gesunden Gemeinden Sarleinsbach und Atzesberg dem Thema Suchtprävention. Ein Arbeitskreis mit 14 Personen wurde im September 2012 im Institut Suchtprävention in Linz eingeschult. In drei Kleingruppen werden nun verschiedene Maßnahmen und Ziele erarbeitet.

 

Im Pfarrcaritaskindergarten Sarleinsbach läuft seit Anfang April das Projekt „Spielzeugfreie Zeit“. Begleitet wird dieses Projekt von einem Mitarbeiter des Instituts Suchtprävention. 79 Buben und Mädchen und 12 Schulkinder – verzichten 10 Wochen lang auf Puppen, Bausteine, Brettspiele und das übliche Spielzeuginventar eines Kindergartens. Als Ersatz dienen ihnen Sessel, Tische, Decken, Polster, Kisten, Schachteln...

 

In der Bauecke, in der eine riesengroße Höhle entstanden ist und im Puppenturm, der nun ein Katzenhaus geworden ist, finden nun ausgedehnte Rollenspiele statt. Unter Tischen entstehen kuschelige Wohnhöhlen, die die Kinder zum Toben und Entspannen nützen. In der Kuschelecke wird Krankenhaus gespielt und heuer haben sich die Kinder den Inhalt des Doktorkoffers selbst gemacht. Im Garten bleibt durch das „fehlende“ Spielzeug viel Zeit das Frühlingserwachen zu entdecken und mit Erde, Wasser, Steinen, Holz, Moos und Feuer zu experimentieren.

 

Für die Kinder bleibt viel Zeit zum Beobachten und Versinken in eigenen Gedanken. Das trägt nicht nur zur emotionalen Ausgeglichenheit bei, sondern ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Konzentration und Ausdauer. Aus der Erfahrung unangenehme Situationen selbständig gemeistert zu haben, kann Selbstvertrauen entstehen: Kinder, die gelernt haben, Langeweile – ev. zunächst mit Anregungen durch die Pädagoginnen – selbst auszufüllen und kurzfristig frustrierende Gefühle auszuhalten, können ausreichend Selbstvertrauen, Mut und Kreativität entwickeln.

Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten" in Sarleinsbach
10 Wochen ohne Spielzeug...
...langweilig wurde es trotzdem nicht!

Wir setzen Zeichen! St. Georgen-Berg-Straß im Attergau

Unter dem Motto "St. Georgen atmet auf" wurde zwischen dem 23. und 31. Mai 2013 ein Präventionsschwerpunkt zum Thema Rauchen gesetzt. Die WSZ Projektgruppe setzte sich das Ziel, auf die Vorzüge und Qualitäten des rauchfreien Lebens hinzuweisen und sich mit den Folgen des Rauchens auseinander zu setzen. Rund um den Weltnichtrauchertag am 31. Mai wurden in den Schulen, in Betrieben und im öffentlichen Raum Aktivitäten zur Förderung eines rauchfreien Lebens und zum Schutz von Nichtrauchern durchgeführt.

 

Ein Auszug aus den Projektaktivitäten:

 

23.5.2013: "Übers Rauchen reden - Unterstützung in der Nichtrauchererziehung" Vortrag von Mag. Michael Silly vom Institut Suchtprävention an der Landesmusikschule St. Georgen/Attergau

 

27.5.2013: "St. Georgen atmet auf" - Themenabend zu den Möglichkeiten und Angeboten, sich des "Lasters Rauchen" zu entledigen

Programm:

⇒ Gesundheitsschädigung durch Rauchen - Wie kann man aussteigen? OA Dr. Purkharthofer - Spezialist für Rauchentwähnung am LKH Vöcklabruck

⇒ Ausstiegshilfen auf Krankenschein - Dr. Wolfgang Grabner

⇒ Angebote der Atempädagogik für die Rauchentwöhnung - Mag. Johanna Pachler

⇒ Betriebliche Rauchentwöhnung am Beispiel der Firma Rottner - Tresore, Heinz Rottner

 

30.5.2013: ganztägig kostenlose Lungenfunktionstests für Vereine und die allgemeine Bevölkerung

 

Weitere Projektaktivitäten:

⇒ Sensibilisierung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Vereinen für vermindertes Rauchen am Arbeitsplatz über direkte Gespräche, Flugblätter und Plakate.

Schüler/innen als Botschafter: Nikotinprävention als Unterrichtsschwerpunkt an der Neuen Mittelschule! Von den Schülerinnen und Schülern wurden auf den Straßen Passanten interviewt und visuelle Botschaften in den Schaufenstern der Attergaustraße platziert. Zudem erfolgte die Einrichtung und Gestaltung einer rauchfreien Zone vor der Volksschule und Neuen Mittelschule

Schaufensteraktion an der Attergau-Straße
Tabakprävention als Unterrichtsschwerpunkt
Rauchfreie Schulen in St.Georgen

Wir setzen Zeichen! Sierning

Nach dem erfolgreichen Präventionstag im letzten Jahr formierte sich im Herbst 2012 wieder ein motiviertes Team aus den Bereichen Schule, Kindergarten, Vereine, Gemeinde und Jugendarbeit. Die Präventionsarbeit im neuen Jahr sollte auf folgenden Grundsätzen basieren:


1.Grundsatz:

Bei allen Themen sollen die Zielgruppen so weit wie möglich in die Entwicklung von Angeboten eingebunden werden. Es soll möglichst nichts "vorgesetzt" werden.

 

2.Grundsatz:

Suchtprävention darf nicht reduziert werden auf die Information über Drogen! In der modernen Suchtprävention, vor allem in der Gemeinde, steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen und seinem Umfeld im Mittelpunkt: Hier sollen Schutzfaktoren im Sinne von guten Bedingungen des Aufwachsens und Lebens gestärkt werden und Risikofaktoren reduziert werden.

 

Thema 1: "Eltern stärken"

Ausgangslage/Bedarf: Wer will, dass Kinder von klein auf vor Sucht geschützt werden, muss dafür sorgen, dass ihre Eltern über Erziehungsfragen informiert sind und ausreichende Unterstützungsangebote in der Gemeinde vorfinden.

 

• Ziel 1: "Eltern finden ausreichende Möglichkeiten zur Information über Erziehungsthemen in Sierning vor."

 

• Ziel 2: "Eltern werden über die Hilfs- und Beratungsstrukturen der Gemeinde informiert."

 

Derzeit werden Informationsmappen erarbeitet, die an Eltern zum Zeitpunkt der Einschreibung der Kinder in die Kindergärten, Volksschulen und Hauptschulen ausgeteilt werden. Die Mappen umfassen qualitätsgesicherte Informationen über regionale Hilfs- und Beratungseinrichtungen.

 

Thema 2: "Jugend stärken": österreichweit erste Jugendbefragung nach dem Präventionssystem CtC (Communities that Care)

Ausgangslage/Bedarf: Die Bedürfnisse der Jugend in Sierning wurden bis jetzt noch nicht erhoben. Dies soll nachgeholt werden, um die Gemeinde (noch) jugendfreundlicher zu entwickeln.

 

• Ziel: "Die Bedürfnisse der Sierninger Jugend werden geeignet erhoben und umgesetzt."

 

Um die Bedürfnisse und Problemlagen der Sierninger Jugend adäquat erheben zu können, entschied sich Sierning dafür, in Kooperation mit dem Institut Suchtprävention das erste Mal in Österreich eine Online-Jugendbefragung nach dem Präventionssystem "Communities that Care (CtC)" durchzuführen, das wissenschaftlich begründete Schutz- und Risikofaktoren in den Bereichen Familie, Freundeskreis, Schule und Nachbarschaft quantitativ erheben kann. Im Vorfeld wurden die Jugendlichen des Jugendzentrums Dezibel als "Alltagsexperten" für die Situation junger Menschen in Sierning eingebunden und mit ihnen zusätzliche Fragestellungen entwickelt, um den standardisierten Fragebogen um spezifische Fragen für die Marktgemeinde Sierning zu erweitern.

 

Für die Befragung wurden alle Jugendlichen im Alter von 13-17 Jahren angeschrieben. Mittels anonymem Code konnten sie sich auf einer Online-Plattform anmelden und ihre eigene Situation sowie ihre Heimatgemeinde bewerten. Als Motivation für die Teilnahme winkten den Jugendlichen Kinogutscheine oder der Hauptpreis, ein iPad. Die Preise wurden von der Marktgemeinde Sierning gesponsert, die mit der Befragung ein gutes Bild über die Situation und die Wünsche ihrer Jugendlichen gewinnt. Die Befragung wurde mittlerweile abgeschlossen. Die Rücklaufquote lag mit 23 % über den Erwartungen. Die Ergebnisse der Befragung werden bis zum Herbst vom Institut Suchtprävention ausgewertet und dienen als Grundlage für die Abstimmung der Maßnahmenplanung für die Sierninger Jugend. Möglich sind im Weiteren auch offene Diskussionen von Jugendlichen und Gemeindevertretern zu bestimmten Themen.

Bürgermeister Manfred Kalchmair (Mitte) mit den Gemeindevorständen Helmut Reiterer (links) und Andrea Möslinger (rechts) und den Gewinnern der Verlosung. In der Mitte: Hauptpreisgewinnerin Iris Pöchtrager.

Wir setzen Zeichen! Micheldorf - Kirchdorf

In Zusammenarbeit zwischen dem Eltern-Kind-Zentrum und dem Kindergarten Micheldorf wurde von Februar bis April 2013 das Projekt „FUN – Familie und Nachbarschaft“ durchgeführt.

 

Das Projekt verfolgte die Zielsetzungen:

 

⇒ Eltern als zentrale Erziehungspersonen zu unterstützen
⇒ Selbstvertrauen und Verständigung innerhalb der Familie zu stärken
⇒ Minderung von Familienstress und Stärkung des Familienzusammenhalts
⇒ Knüpfen neuer Kontakte im Ort

 

An dem Projekt konnten Familien mit mindestens einem Kind zwischen 3 und 6 Jahren teilnehmen. In einem Zeitraum von 8 Wochen wurde an jeweils einem Nachmittag gemeinsame Familienzeit genützt um andere Familien kennen zulernen, mit den Kindern zu spielen, zu basteln, zu singen, Mahlzeiten einzunehmen und miteinander einfach Spaß zu haben. Die wöchentlichen Treffen wurden abwechselnd von einem Elternteil einer Familie vorbereitet.

 

Damit die gewonnenen Kontakte erhalten bleiben bzw. erweitert werden können, treffen sich die Familien nach dem Programm einmal im Monat weiter. Dabei werden sie von Mitarbeiterinnen des Kindergartens und des Eltern-Kind-Zentrums unterstützt.

Wir setzen Zeichen! Kremsmünster

Für den Herbst 2013 hat sich die Wir Setzen Zeichen-Projektgruppe Kremsmünster das Ziel gesetzt, Vereine als suchtpräventives Setting anzusprechen und sie bei deren Bedürfnissen und Problemen „abzuholen“. Gut funktionierende Vereine, in denen sich Kinder und Jugendliche wohl fühlen und entwickeln können, haben eine hohe suchtpräventive Wirkung: Sie bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich gemäß ihrer individuellen Interessen und Stärken weiterzuentwickeln, eröffnen weitere soziale Kontakte sowie neue erwachsene Ansprechpartner und Rollenmodelle.

 

Die Projekt-Steuergruppe hat das Ziel, den lokalen Vereinen nicht ein bestimmtes Angebot vorzusetzen und ihnen so zu vermitteln, man wisse, was sie brauchen, sondern von deren Interessen und Bedürfnissen auszugehen. Als erster Meilenstein wurden dazu zwei kurze Fragebögen erstellt, die sich an die Zielgruppen der ehrenamtlichen VereinsmitarbeiterInnen von Kremsmünster sowie an die SchülerInnen der Hauptschule und des Stiftsgymnasiums richten.

 

In einem Online-Fragebogen wird derzeit abgefragt, was die Kinder und Jugendlichen an den Vereinen in Kremsmünster schätzen, sowie ihre Zufriedenheit mit den Freizeitangeboten der Marktgemeinde. Die Vereinsmitarbeiter werden über ihre Wahrnehmungen befragt, was ihnen an der Vereinsarbeit gefällt und wo heute die Herausforderungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegen. Derzeit liegen über 120 Rückmeldungen vor.

 

Diese Ergebnisse sollen bei einem Vereinstreffen im Herbst präsentiert werden und als Grundlage für eine weitere Verbesserung des Freizeitangebots für die Jugend Kremsmünsters dienen sowie lokalen Vereinen Hinweise bieten, wie sie ihr Angebot noch attraktiver gestalten können. Auch die Gemeindepolitik und -verwaltung soll daraus erfahren, vor welchen konkreten Herausforderungen ihre Vereine heute stehen.

Wir setzen Zeichen! Schwanenstadt

Im Rahmen des Projektes „Wir setzen Zeichen“ plant die Stadtgemeinde Schwanenstadt derzeit  Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnqualität und Wohnzufriedenheit in der Johann Fuchs Straße. Die Anlage wurde in den 90er Jahren errichtet und erfreute sich über viele Jahre hoher Beliebtheit.  Dieses anfänglich positive Image ging in den letzten Jahren zunehmend verloren, was sich unter anderem in negativen Äußerungen zur Wohnsituation und einer hohen Mieter-Fluktuation bemerkbar macht. Auf der Basis einer Bewohnerbefragung, die im Sommer 2013 stattfinden wird, sollen die Qualitäten und Defizite der Wohnanlage und des Wohnumfeldes ermittelt werden. Im Anschluss daran soll ein Bürgerbeteiligungsprozess in Gang gesetzt werden, bei dem die Betroffenen mit ihren Aktivitäten im Vordergrund stehen und so an der Umsetzung des Projektes mitwirken. Die WSZ-Projektgruppe steuert diesen Prozess, der von der Gemeinde als auch von der Verwaltung der Wohnanlage maßgeblich unterstützt wird.

Wir Setzen Zeichen! Ternberg

Die Gemeinde Ternberg befindet sich aktuell in der Projektstartphase. Im Februar dieses Jahres wurde von Mitarbeitern des Instituts Suchtprävention je eine Gruppe Jugendlicher und Erwachsener zu auffälligen Konsummustern in Bezug auf Alkohol, Nikotin und illegalen Drogen in ihrer Heimatgemeinde befragt. Weitere aus präventiver Sicht wichtige Fragestellungen orientierten sich an der Lebensqualität, Hilfsangeboten, Freizeitangeboten für Jugendliche und Erwachsene und dem Identitätsfaktor mit der Gemeinde. Die Präsentation der Ergebnisse fand am 12. Juni 2013 vor geladenen Gästen im Gemeindeamt Ternberg statt. Im Herbst 2013 wird sich die Steuerungsgruppe zu ihrem ersten Planungstreffen einfinden.

Fachinformation aus dem Bereich Kommunale Suchtprävention: Das Präventionssystem „Communities that Care (CtC)“

CtC („Communities That Care“) ist ein Steuersystem für gemeindebasierte Präventionsprojekte, das in den späten 80er-Jahren in den USA an der Universität Washington in Seattle, von  J. David Hawkins und Richard F. Catalano (Social Development Research Group, SDRG) entwickelt wurde. In den USA wurde CtC seit 1990 an mehr als 500 Standorten eingeführt, wobei eine aktuelle Evaluationsstudie zeigt, dass die Verwendung des CtC-Systems gesundheitsschädigendes Verhalten bei Heranwachsenden signifikant reduziert. Aktuelle Umsetzungen in Europa werden in den Niederlanden, Deutschland, Großbritannien und Zypern durchgeführt.

 

Das Ziel von CtC ist die Einführung eines wissenschaftlich evidenzbasierten Präventionssystems zur Eindämmung von Suchtentwicklung, Gewalt und Aggression in den Gemeinden. Eine wesentliche Grundlage bildet dabei die standardisierte Befragung der Jugendlichen (im Alter von 13 – 18 Jahren) der Region. Der Jugendfragebogen erhebt Schutz- und Risikofaktoren zu den folgenden 5 „Problemverhaltensweisen“: Alkohol- und Drogenmissbrauch, Gewalt, Delinquenz, Schulabbruch, Depressionen. 

 

CtC geht davon aus, dass diejenigen Umstände, die ein sicheres Aufwachsen bedrohen („Risikofaktoren“) und diejenigen Umstände, die diese Risiken abmildern oder ihnen entgegenwirken können („Schutzfaktoren“), präzise benennbar sind. CtC stützt sich dabei auf viele wissenschaftliche Studien, die diese Faktoren in den für Kinder und Jugendlichen wichtigen Bereichen untersucht haben: in der Familie (z.B. Erziehungskompetenzen der Eltern), in der Schule (z.B. früh beginnende Lernrückstände), unter Gleichaltrigen (z.B. Umgang mit Freunden, die Problemverhalten zeigen) und im Umfeld (z.B. ungünstiges nachbarschaftliches Umfeld).

 

Die CtC-Jugendbefragung bietet ein auf hohem fachlichen Niveau getestetes Befragungsinstrument, das sich von „selbstgestrickten  Befragungen“ wesentlich unterscheidet und tatsächlich präventionsrelevante Faktoren misst.

 

Weiterführende Informationen zum Thema CtC:

Artikel im Präventionsmagazin forty four (Institut Suchtprävention)

CTC-Website des Modellversuchs Niedersachsen